top of page
Suche

Sam

**English version below**

Hallo, mein Name ist Sam Rudloff. Ich wurde in Seoul, Südkorea, ohne linke Hand und mit dem Poland-Syndrom geboren. Ich wurde von einer Familie in Washington, Missouri, USA adoptiert, als ich 6 Monate alt war. Meine Eltern Martin und Ginny Rudloff haben noch weitere Kinder adoptiert, die ebenfalls mit Fehlbildungen den Gliedmaßen geboren wurden. Wir alle haben unsere besonderen Fähigkeiten. Mein Bruder arbeitet zusammen mit seiner Frau Emily am St. Louis Kinderkrankenhaus. Meine jüngere Schwester Janie ist eine fabelhafte Künstlerin und macht derzeit ihren Master in Kunsterziehung an der Webster University in St. Louis, Missouri. Meine jüngste Schwester Julie kann jedes Instrument spielen, das man ihr gibt und sie hat den Bariton in der Blaskapelle der University of Notre Dame gespielt. Und dann komme noch ich, die Überraschungsbox - und ihr werden gleich sehen, warum. Das sind die Rudloffs, vier unterschiedliche Kinder, die alle aus Südkorea adoptiert und im ländlichen Missouri aufgewachsen sind.


In der High School spielte ich American Football, machte Langlauf und Leichtathletik. Ich war nie der Beste, aber ich habe immer mein Bestes gegeben. Eines Tages sagte ich zu meinem Mentor, dass ich dem Militärzweig des United States Marine Corps beitreten möchte.


Wir haben mit einem Personalvermittler kommuniziert, der mir sagte, dass ich aufgrund meiner Dysmelie nicht beitreten könne und dass es keine Weg und keine Mittel gibt, die dies ändern könnte. Dies war das erste Mal in meinem Leben, dass mich die Gliedmaßenfehlbildung davon abhielt, ein Ziel zu erreichen.

Meine Jahre im Sport, meine Ausbildung und meine Fähigkeiten reichten nicht aus, um meine Dysmelie auszugleichen, damit ich in eine der militärischen Zweige aufgenommen werden konnte. Als Einwanderer aus einer Minderheit sitzt das Gefühl, „meinen Patriotismus zu beweisen“, tief in meiner Seele verankert. Nach diesem Vorfall habe ich meinen Sport aufgegeben und es ging mir körperlich und geistig sehr schlecht. Nach vielen Gesprächen und der Hilfe von Familie und Freunden habe ich diese Tatsache (vorerst) akzeptiert.


Ich beschloss ab August 2012 die Lindenwood University in Missouri, USA zu besuchen. An der Lindenwood University habe ich Marketing studiert, wurde Präsident der Studentenschaft und später Sportler im Shotgun-Team. Gegen Ende meiner Studienzeit versuchte ich noch einmal, ins Militär zu kommen, aber als Offizier. Der Kapitän, den ich damals traf, wollte mich unterstützen und ich hatte außerdem Unterstützung vom Senator meines Staates und von einem Kongressabgeordneten. Es wurde mir jedoch deutlich gemacht, dass dies ein zwei- oder mehrjähriger Kampf sein könnte, um ein „Vielleicht“ zu bekommen. Mir wurde vorgeschlagen, dass ich mich beim United States Peace Corps bewerbe, einer Regierungsbehörde, die amerikanische Freiwillige für zwei Jahre in andere Länder entsendet, um in Bereichen wie Bildung, Landwirtschaft und Gesundheit zu helfen.


Nachdem ich mich beworben hatte, wurde ich für eine Freiwilligenstelle im Gesundheitswesen in Sambia, einem afrikanischen Staat südlich der Sahara, angenommen.

Im Sommer 2017 verbrachte ich meine ersten 3 Monate in Sambia im Peace Corps Pre-Service Training, um technische Fähigkeiten, die Bemba-Sprache und die Kultur zu lernen. Danach verbrachte ich mein folgendes Jahr und 9 Monate im Dorf Kapolyo in der Nordprovinz von Sambia. Dort arbeitete ich in der ländlichen Klinik, wo ich Verwaltungsarbeit, Impfeinsätze und Gesundheitsarbeit für Kinder unter 5 Jahren mit den umliegenden Dörfern, Gesundheitsprogramme nach der Schule mit der Grundschule machte und eng mit der HIV-Selbsthilfegruppe zusammenarbeitete.


Ich bin stolz auf all die Arbeit, die ich mit meinen sambischen Freunden und Kollegen geleistet habe. Besonders die Arbeit mit der HIV Support Group beim Graben eines 30 x 30 x 2 Meter großen Fischzuchtteiches als Proteinquelle und Geschäft, um zusätzliches Geld zu verdienen. Nachdem ich zwei dankbare Jahre als Freiwilliger geleistet hatte, beendete ich meinen Dienst im Juli 2019 und besuchte im folgenden Herbst die University of Notre Dame in Indiana, USA, für einen einjährigen Master in Nonprofit-Verwaltungsprogramm. Ich habe im Mai 2020 meinen Abschluss gemacht. Ein Jahr, an das wir uns alle erinnern werden…


Gegen Ende meiner Zeit bei Notre Dame befand ich mich in einer sehr schwierigen Lage, da fast jede Einstiegsposition aufgrund von COVID-19 ausgesetzt war. Ich habe mich entschieden, meine Ausbildung an der Emory University in Atlanta, Georgia, USA, für das zweijähriges Masterprogramm in Public Health fortzusetzen, in dem ich mich derzeit befinde. Während meiner Zeit in Atlanta war ich im Sommer 2021 mit dem Para-Shooting-Manager der USA, Don Stith, verbunden. Don stellte ein paralympisches Trap-Shooting-Team für die Para-Trap-Weltmeisterschaft 2021 in Italien zusammen. So fing ich wieder mit dem Wettkampfschießen an und ging im September 2021 nach Italien, um mich mit großartigen Para-Athleten aus der ganzen Welt zu messen. Als Team USA belegten wir den 3. Platz!


Ich werde im Juni 2022 zur nächsten Weltmeisterschaft nach Frankreich reisen, wo wir diesmal den 1. Platz anstreben! Letztendlich hoffe ich, zu den Paralympischen Spielen im kommenden Jahr 2024 in Paris zu fahren und die USA zu vertreten.

Ich bin sehr stolz auf all das, was ich bis jetzt erreicht habe, aber ich möchte diesen Moment nutzen, um auch zu erwähnen, wie wichtig die psychische Gesundheit ist, insbesondere für Menschen mit einer Gliedmaßenfehlbildung. Bis zum heutigen Tag kämpfe ich immer noch mit meinem Körperbild und verstecke meinen Arm von Zeit zu Zeit , z. B. durch lange Ärmel oder die Benutzung von Taschen, damit ich mich nicht mit dem Starren/Zeigen auseinandersetzen muss.


Ich ermutige jeden, eine Person, einen Freund, ein Familienmitglied, einen Therapeuten oder jemanden zu finden, der Zeit mit einem verbringt und mit dem man über alles spricht, was in einem vorgeht. Ich sehe derzeit regelmäßig einen Psychologen und wünschte, ich hätte damit früher angefangen.


Danke, dass ihr meine Geschichte gelesen habt. Folgt mir gerne auf Instagram, @One.Hand.Sam, wenn ihr euch meiner Reise anschließen möchtet oder wenn ihr Fragen zu Dysmelie habt, die ich euch gern beantworte! Ich mache kurze Video-Tutorials zu Life-/Sport-Hacks als Einhandsportler. Und folgt unbedingt all den tollen gemeinnützigen Organisationen und Gruppen wie handtastic, um die Dysmelie-Gemeinschaft zu unterstützen!



Original version

Hi, my name is Sam Rudloff. I was born in Seoul, South Korea without my left hand and Poland Syndrome. I was adopted by a family in Washington, Missouri, USA when I was 6 months. My parents, Martin and Ginny Rudloff previously adopted my brother Jim from South Korea before me. Jim was born without his left foot. He wanted a brother, so that’s how I came about. Then my mom wanted a daughter, so along came Janie from South Korea as well. She was born without half her left forearm down. Mom didn’t want her to be alone. So, they adopted Julie who, as you may have guessed, was born in South Korea. She was born like me, with a full forearm, but has 2 fingers that are next to each other. We all have our own special skills. My brother is incredibly smart and is a pediatrician at St. Louis Children’s Hospital with his pediatrician wife, Emily. My younger sister Janie is a fabulously artist and is currently getting her master’s in art education at Webster University in St. Louis, Missouri. My youngest sister Julie can play any instrument you hand her, and she played baritone in the marching band at The University of Notre Dame. Finally, theirs’s me, the wild card, and you’ll see why. That’s the Rudloffs, 4 limb different kids all adopted from South Korea and raised in rural Missouri. How rural is our little town? We have “Bring your Tractor to School Day” at my old high school and host the county fair that is filled with funnel cake, country music, and bull riding.


In high school (secondary school), I played American football, cross country, and track and field. I was never the best, but I always did my best. One day, I told my school advisor that I wanted to join the United States Marine Corps military branch. We communicated with a recruiter who told me that I couldn’t join because of the way I was born, and there was no appeals process or waiver that could change that. This was the first time in my life that being limb different has stopped me from achieving a goal. My years of sports, education, and skill sets weren’t enough to override the limb difference ruling for me to get into any of the military branches. As a minority immigrant, the sense of “proving my patriotism” runs deep in my soul. I quite all the sports I was in and was in a very bad place physically and mentally.


After counselling and the help from family and friends, I came to accept this (for now). Thinking no trade (labor) school would want a limb different person, I would attend Lindenwood University in Missouri, USA in August, 2012.


At Lindenwood University, I studied marketing, became student body president, and would be a student athlete on the shotgun team. Towards the end of my time at the university, I once again tried to get into the military, but as an officer. The captain I met wanted to support me and I collected support from my state’s senator, congressperson, and many other supporting documents. This recruiter mentioned that this could be a 2 or more years battle to get a “maybe”. She suggested that I apply to the United States Peace Corps, a government agency that sends American volunteers for 2 years to other countries to help in mutually identified needs by both nations in areas such as education, agriculture, and health.


After applying, I was accepted for a health volunteer position in Zambia, a Sub-Sahara African nation. The recruiter told me that I should pursue this route so I can find inner peace with my pursuit of becoming a “patriot”.


In the summer of 2017, I spent my first 3 months in Zambia in Peace Corps pre-service training learning technical skills, the Bemba language, and culture. Afterwards, I spent my following year and 9 months in Kapolyo Village in the Northern Province of Zambia. There I worked at the rural clinic doing administration work, vaccine outreach and Under 5 health work with surrounding villages, after school health programs with the primary school, and worked closely with the HIV support group. I’m proud of all the work accomplished with my Zambian friends and co-workers. Especially working with the HIV Support Group digging a 30x30x2 meter fish farming pond as a source of protein and business to make extra money.


After serving 2 grateful years of volunteering, I finished my service in July 2019 and attended the University of Notre Dame in Indiana, USA the following fall for their 1-year master’s in nonprofit administration program. I also played a season of rugby in honor of my late roommate Charles Labry, a French rugby player at Lindenwood University, to learn a sport that has a special place in my heart. I graduated in May 2020. A year that we will all remember…


Nearing the end of my time at Notre Dame, I found myself in a very tough position with almost every entry level position on hold due to COVID-19. I decided to continue my education at Emory University in Atlanta, Georgia, USA for their 2-year master’s in public health program where I’m currently at. During my time in Atlanta, I was connected with the USA Para-Shooting manager, Don Stith, the summer of 2021. Don was putting together a paralympic trap shooting team for the 2021 Para-Trap World Cup in Italy. Just like that, I got back into competitive shooting and went to Italy in September of 2021 to compete with amazing para-athletes from around the world. As Team USA, we placed 3rd overall! I will be traveling to France this June, 2022 for the next World Cup where we will be aiming for 1st this time! Ultimately, I hope to go to the Paralympic Games this coming 2024 in Paris and represent the USA.


I’m very proud of all these achievements I’ve outlined, but I want to take this moment to mention how important mental health is, especially for people in the limb different community. To this day, I still struggle with my body image and will time from time hide my arm in ways such as long sleeves or use of pockets, so I don’t have to deal with the staring/pointing. I encourage everyone to find a person, friend, family member, therapist, someone to spend time and talk about everything and anything going on with you. I currently see a counsellor regularly and I wish I would have started earlier.


Thank you for reading about me. Follow my Instagram, @One.Hand.Sam, if you like to join my journey or if you have any limb different questions I can answer! I make short video tutorials on life/sport hacks as a one-handed athlete. Also, make sure to follow and support all the amazing nonprofits and groups that helps the limb different community.

23 Ansichten0 Kommentare

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen

Sarah

Júlia

Bennett

Bình luận


bottom of page